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zs 00Samstag, 22.8.2026
Wie schon im letzten Jahr sammelten sich die Teilnehmer der Alpentour im schönen Allgäu im selben Hotel in Ravensburg. Das Wetter war tagsüber unbeständig. Aber zum Abend war es trocken und im Gegensatz zur Hitzewelle der vergangenen Wochen angenehm kühl. Wir saßen in einem Restaurant in der nahen Fußgängerzone im Freien und konnten die heimische Küche genießen.

Morgen sollte es durch die komplette Schweiz hindurch nach Norditalien gehen. Warum nach Norditalien, um die schönsten Pässe der Zentralschweiz zu erleben? Ganz einfach: Im Gegensatz zu unseren letzten Veranstaltungen 2013 und 2014 in die Region gingen wir nicht mehr zelten. Da waren die Übernachtungskosten gerade so erträglich, und wir kochten uns das Abendessen selbst. Aber in Schweizer Hotels und Restaurants übernachten und essen ist einfach unverhältnismäßig teuer… 

 

zs 01Sonntag, 23.8.2026
Als wir starteten, herrschte eitel Sonnenschein bei angenehmen Temperaturen. Auf Autobahnen fuhren wir auf dem schnellsten Weg in Süden. Wir hatten immerhin 360 km vor uns. Aus triftigem Grund wechselten wir kurz auf die Landstraße - über den San Bernardino-Pass (2066 m). Die Nordseite mit ihren engen Kehren ist fahrerisch weniger interessant. Und dann hielt uns auch noch ein Linienbus fast die ganze Strecke auf. Die Abfahrt auf der Südseite ist jedoch allererste Sahne. Super Kurven und nicht allzu viel Verkehr.

Bei Locarno am Lago Maggiore verließen wir dann die Autobahn endgültig und hatten noch 60 km Landstraße vor uns - nichts ahnend, dass uns die Highlights des Tages erwarten sollten.

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Es war kein Pass angesagt, aber durch ein Tal (Centovalli) hindurch erwartete und ein interessantes Serpentinensträßchen, das mächtig Spaß machte. Es ging bei wenig Verkehr und akzeptablem Straßenbelag von einer Kurve in die nächste. Auch unsere alten Hasen hatte eine solche Kombination von Kurven nicht allzu oft erlebt. Aber das war noch nicht alles. Kaum über die italienische Grenze hinweg wurde die Straße enger, und man hatte das Gefühl, hier hört bald die Zivilisation auf. Aber um eine weitere Kurve rum verschlug es uns fast den Atem. Da stand mitten in der Wildnis ein gigantisches Kirchenbauwerk - dazu im byzantinischen Stil mit seinen Kuppeln. Also mit so etwas rechnet man nun wirklich nicht, nicht in diesen Breiten und dieser Abgeschiedenheit. Wir nahmen uns vor, es die nächsten Tage näher unter die Lupe zu nehmen.

Bei Domodossola im Motel Monterosa angekommen erwartete uns eine weitere Überraschung - die Unterbringung der Motorräder. Gegenüber dem Motel stand ein ehemaliges Autohaus mit einem richtigen Showroom. Hier konnten die Transalps im Schaufenster abgestellt werden. So einen Anblick hatten wir auch noch nie. 

Montag, 24.8.2026
zs 11Der Tag startete wieder mit viel Sonnenschein. Geplant war die Überquerung des berühmten St. Gotthardt-Passes (2106 m) mit Rückkehr durch den ebenso berühmten Tunnel. Diese vielleicht etwas ungewohnte Route war dem Umstand geschuldet, dass fast alle unsere Tagestouren 300 und mehr km lang waren - eben weil unser Standort in Italien lag. Und für die Alpen sind das schon anstrengende Distanzen. Daher versuchten wir, so viel wie möglich Autobahnen zu fahren – dank Schweizer Pickerl ohne Zusatzkosten. Hier stießen wir allerdings auf ein unangenehmes Phänomen: Vor dem Tunnel war eine Blockabfertigung eingerichtet. D.h.: Es wurden immer wieder nur einzelne Fahrzeuggruppen durchgelassen, was zu einem 10 km langen Stau führte. Und weil sich wegen den hohen Strafen keiner getraute zwischen den Autoschlangen durchzufahren, wurde das Ganze ziemlich nervig.

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Als Route wählten wir natürlich nicht die Bundesstraße sondern die legendäre Tremola-Straße, die zum größten Teil gepflastert ist. Mit unseren Transalps ging das ganz gut. Aber mit sportlicheren Maschinen möchte man da nicht unterwegs sein…

Die Rückfahrt durch den Tunnel kam wegen der Blockabfertigung auch auf der Nordseite nicht in Frage. So begingen wir die große Runde über den Furkapass (2429 m). Der belohnte uns mit einem fantastischen Gebirgspanorama und natürlich mit dem - u.a. aus dem Film Goldfinger bekannten - Hotel Belvedere, das inmitten einer Kehre steht. Durchs Wallis und den wenig spektakulären Simplon-Pass (2006 m) gings wieder zurück ins Hotel. Mit 19 Uhr war es dann für unsere Verhältnisse recht spät…

 

 

 

Dienstag, 25.8.2026
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Nach der ungeplant langen Tour gestern, sollte es heute deutlich gemütlicher werden. Gerade mal 150 km über Nebensträßchen an den Lago Maggiore waren geplant. Die erste Etappe war die pompöse Kathedrale Madonna del Sangue in der Wildnis, die wir bei unserer Anfahrt passiert hatten. Und in der Tat wurde das Innere dem äußeren Eindruck vollauf gerecht. Da war auch zu lesen, warum dieser Koloss hier stand: Es war Ende des Mittelalters nichts weniger als ein Marienwunder geschehen, was das kleine Dorf Re dann zum Wallfahrtsort machte.

 

 

 

 

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Weiter ging es auf einem engen Sträßchen durch viele Wälder zunächst an den See für ein erstes Gruppenfoto am Ufer. Den Weg von Canobbio nach Stresa fuhren wir aber nicht am Lago entlang, sondern über ein kühn angelegtes Sträßchen durchs Gebirge auf ca. 1000 Meter hinauf. Klingt jetzt nicht sehr hoch, war aber teilweise anspruchsvoll aufgrund einiger enger und steiler Kehren.

Im Stresa relaxten wir am Ufer mit Blick auf die Borromäischen Inseln. Die 60 € für deren Besichtigung wollte keiner aufbringen.

 

Mittwoch, 26.8.2026
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Gestartet wurde nun mit der Befahrung des Simplon-Passes und des Wallis - in umgekehrter Richtung wie am Montag. Dies erwies sich als äußerst praktisch, denn in den Morgenstunden war es nun wesentlich entspannter als im Nachmittagsverkehr. Kurz vor dem Furka-Pass zweigte die Route ab auf den Nufenen, dem mit 2478 m höchsten Pass unserer diesjährigen Alpentour. Fahrtechnisch ist der allerdings weniger interessant. Hier fahren auch schwere Laster. Wenn die Strafen nicht so hoch wären, dann würde sich die Heizerfraktion mit Sicherheit voll austoben. Nein, der Clou ist wirklich das, was die Schweizer Alpen den anderen Ländern voraus haben - die Panoramaaussichten.

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Waren wir schon am Furka am Montag überwältigt, setzte die Passhöhe vom Nufenen dem Ganzen nun die Krone auf. Ein solches Panorama hat man selten. Sogar den Gries-Gletscher konnte man sehen. Und nur wenige Wolken beeinträchtigten die Sicht. Zurück ging es über die Gotthard-Autobahn - Einstieg nun nach dem Tunnel. Locarno unterfuhren wir zum dritten Mal in diesem stickigen, 5 km langen, aber unglaublich praktischen Tunnel. Und wieder kurvten wir durchs Centovalli, das Tal mit den vielen Serpentinen, und an der Kathedrale von Re vorbei ins Hotel.

 

 

 

 

Donnerstag, 27.8.2026
zs 41Der letzte Tourentag war angebrochen und sollte einen gemütlichen Ausklang finden. Die >300km-Etappen sind halt nicht jedermanns Sache - dachten wir zunächst. Daher standen eigentlich nur der wenig spektakuläre Lukmanier (1972 m) und die noch nicht erfolgte Uferpassage am Lago entlang auf dem Plan.

Auf dem Pass angekommen wollten allerdings die wenigsten wieder zurück, sondern noch eine größere Runde über den Oberalp-Pass (2044 m) und auf der Bundestraße über den St. Gotthardt. Gesagt, getan - die Route wurde um einige Stunden verlängert. Das Wetter war nicht mehr so sonnig. Von der Ferne kündigten sich Tiefdruckgebiete an. Es blieb aber trocken, so dass die Passfahrerei weiterhin Spaß machte. Vor allem der Oberalp-Pass glich das Kurvendefizit des Lukmaniers vollkommen aus.

zs 42Nicht ganz so viel Spaß wie erwartet machte aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens zum späten Nachmittag die Fahrerei an der Uferpromenade des Lago Maggiore bis Verbania. Aber die Seeblicke konnten wir ganz gut genießen, und das Wetter hier war üblicherweise sonnig und warm. Die Tiefdruckgebiete blieben in den Bergen zurück.

Freitag, 28.8.2026
Nach einer Woche mit wirklich schönem Wetter war es das aber nun. Pünktlich zum Abschluss unserer Alpentour regnete es. Alle fuhren zusammen ein letztes Mal das Kurvensträßchen in die Schweiz zurück, wo uns dann auch ein richtig heftiger Regenguss erwischte. Der letzte Kurvenrausch sollte uns damit versagt bleiben. Ab Bellinzona löste sich ein Teilnehmer nach dem anderen von der Gruppe. Damit ging eine weitere erfolgreiche und natürlich sturzfreie Alpentour zu Ende.
Auf ein Neues in 2027!

Organisation: Georg Spindler
Bilder: Frank Doll, Joachim Seith, Nils Elgert, Michael Neuhaus, Heidi Spindler